Fitt durch Kneipp

In den Jahren 2007 und 2008 führten wir das Projekt "Kneipp - Spaß im Kindergarten" durch. Schwerpunkt dieses Projektes waren die fünf Säulen der Kneippschen Lehre. Diese fünf Säulen sind durch den guten Anklang bei den Kindern nun fest in unseren Kita-Alltag integriert

Diese sind:

1. Bewegung
2. gesunde Ernährung
3. Pflanzen- und Kräuterkunde
4. Wasser
5. seelisches Wohlbefinden

Die Gesunderhaltung der uns anvertrauten Kinder und die Erziehung zu einer gesunden Lebensweise hat für uns Mitarbeiter oberste Priorität. Aus diesem Grund haben wir uns fest vorgenommen auch weiterhin diese Überzeugung den Kindern nahe zu bringen. Die Betonung liegt dabei auf ? Vorbeugen ist besser als Heilen.? Ebenfalls kann ein Organismus schneller mit eventuell auftretenden Krankheiten fertig werden, wenn das Immunsystem gestärkt und intakt ist.

Als Erzieherinnen wünschen wir uns, dass die positive Resonanz des Jahreprojektes 2007/2008 nicht nur den Kindern der Krümelburg für die Zukunft vorbehalten bleibt, sondern die Eltern noch mehr angespornt werden dieses Projekt auch zu Hause umzusetzen. Weiterhin sind wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen, diese gilt es zu fördern und auszubauen. Um sich noch mehr über die Inhalte des Projektes informieren zu können, beschreiben wir Ihnen die Säulen etwas näher.

 

1. Bewegung

Die Säule Bewegung wirkt dem immer häufiger auftretenden Bewegungsmangel entgegen und enthält folgende Elemente:

Täglicher Aufenthalt im Freien, hier haben die Kinder viel Platz sich zu bewegen, Klettergerüste regen zum ganzheitlichen Bewegen an.

Regelmäßige Wanderungen zur Talsperre und Waldwanderungen

Wöchentliche Sportstunden in der Krümelburg oder für die größeren Kinder in der nahegelegenen Turnhalle.

Erlernen von neuen Bewegungsspielen

Zusätzlich wird einmal in der Woche eine Sportstunde mit einer ausgebildeten Bewegungsexpertin durchgeführt, außerdem ist die Rückenschule und Fußgymnastik fester Bestandteil in der Arbeit mit den Kindern. 

 

2. gesunde Ernährung

Unter gesunder Ernährung verstehen wir eine ausgewogene vollwertige Mischkost.

Sie trägt wesentlich zur Erhaltung der Gesundheit bei und soll deshalb im Kinder­garten­alter trainiert werden, um eine gute Basis für das Ernährungsverhalten im Erwachsenenalter zu sein.

Dazu bieten wir an:

Zubereiten von Mahlzeiten (Frühstück) in unserer Kinderküche

eine tägliche Obstmalzeit

eine Ernährungsberaterin kocht mit den Kindern und stellt gesunde Mahlzeiten zusammen, zum Teil werden hierbei auch die Eltern zu Koch- Nachmittagen eingeladen.

Reichlich Flüssigkeit wird den Kindern im Tagesablauf angeboten, d.h. ungesüßter Tee mit reinem Apfelaft oder stilles Mineralwasser.

 

3. Pflanzen- und Kräuterkunde

Auch das Wirkprinzip der Pflanzen und Kräuterkunde gewinnt immer mehr an Bedeutung, da gerade in der Kinderheilkunde immer mehr auf pflanzliche Präparate zurückgegriffen wird, um sogenannte ?Bagatellerkrankungen? zu behandeln.

Den Kindern macht es viel Spaß Teepflanzen und Kräuter zu sammeln. Im Frühling der Projektjahre gingen wir auf die Suche nach Stiefmütterchen, die getrocknet wurden und als Tee zur Anwendung bei Husten verwendet werden können. Wir säten Gartenkresse und beobachteten das Wachstum auf unserer Fensterbank. Zum gesunden Frühstück streuten wir sie auf unser Butterbrot. Auch Löwenzahn, Frauenmantel und Brennnesseln sind den Kindern jetzt vertraut. Wir fertigten aus Holunderblüten- Holunderblütengelee und Holunderblütensaft. Aus Löwenzahnblüten wurde Honig hergestellt.

 

4. Wasser

Zur Stärkung der Abwehrkräfte und Verringerung der Infektanfälligkeit werden zielgerichtet Wasseranwendungen eingesetzt. Wöchentliche Anwendung von Wasseranwendungen, wie Wassertreten, Knieguss, Armtauchen, Tautreten und im Winter das Schneetreten. Auf das Barfußlaufen wird großen Wert gelegt.

 

5. Seelisches Wohlbefinden

Die letzte der fünf Säulen wird in der Arbeit mit Kindern immer wichtiger, da unsere leistungsorientierten Welt auch von den Kindern immer mehr fordert. Das stört häufig das seelische Gleichgewicht, unter anderem auch durch folgende weitere Faktoren:

die Bedeutung der Familie hat sich verändert

die Medien und ihr Einfluss auf Kinder entwickeln sich rasant

natürliche Spielfelder verschwinden fast total

finanzielle Not und daraus folgende Belastungen erschöpfen Familien

Zeit ist absolute Mangelware

oberflächliche soziale Kontakte und verschwinden ethischer Werte beschleunigen diese Problematik

 

Wir als Erzieherteam haben uns gefragt, wie diese negativen Tendenzen entgegengewirkt werden kann. Wann fühlen sich Kinder wohl?

Wenn sie in einem verantwortungsbewussten sozialen Umfeld aufwachsen, Liebe, Schutz, Zeit, Verständnis erfahren, einen gut strukturierten, harmonischen Tagesablauf erleben, Spielmöglichkeiten im Zimmer und im Freien besitzen, Freunde haben.

Wir als Kindertagesstätte haben Möglichkeiten, oben aufgezeigter negativer Tendenzen entgegenzuwirken:

bewusste Entspannung ? als Gegenstück zu Stress

Suche nach Stille durch Entspannungsübungen (z.B. regelmäßige Igelballmassage)

Wir erkunden unsere Sinne. Es werden Wahrnehmungsübungen zur Schulung unserer Sinne durchgeführt, zum Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen.

ständig arbeiten wir an der Verbesserung unserer Gruppenatmosphäre

auch Rituale geben den Kindern Sicherheit und fördern die Selbständigkeit